Digitalisierung braucht wirksamen Datenschutz

Am heutigen ersten Schweizer Digitaltag werden zu Recht die Chancen der Digitalisierung hervorgehoben. privatim, die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten, bekräftigt die Wichtigkeit der Digitalisierung für die Schweizer Wirtschaft. Wenn diese aber zulasten des Persönlichkeitsschutzes der Bürgerinnen und Bürger geht, verliert sie unweigerlich an Vertrauen und Akzeptanz.

Die Digitalisierung rückt immer weiter vor. Dadurch eröffnen sich neue Chancen für die Schweizer Wirtschaft und für Bürgerinnen und Bürger. Nicht nur können Behörden und Unternehmen dank der Digitalisierung Kosten sparen, es eröffnen sich auch ganz neue Geschäftsfelder. Unternehmen können neue Dienstleistungen anbieten und wirtschaftlich wachsen. Auch privatim, die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten, anerkennt diese Chancen und bekräftigt die Wichtigkeit der Digitalisierung für den Wirtschaftsstandort Schweiz.

privatim lehnt es aber entschieden ab, dass den Chancen der Digitalisierung die Forderung nach Einhaltung des Schutzes der Rechte der Bürgerinnen und Bürger als problematisch gegenübergestellt wird und dass Digitalisierung und Datenschutz gegeneinander ausgespielt werden. Damit wird vorgetäuscht, dass digitaler Fortschritt nur zu Lasten des Persönlichkeitsschutzes der Bürgerinnen und Bürger umsetzbar ist und dass wir alle dies letztlich einfach zu akzeptieren haben. Wer eine solche Haltung vertritt, verkennt, dass die Nutzung der Digitalisierungs-Chancen auf das Vertrauen und die Akzeptanz der Bevölkerung angewiesen ist.

Die schrankenlose Digitalisierung wird dazu führen, dass niemand mehr unbeobachtet leben kann. Einen solchen digitalen Totalitarismus will niemand, weder einen staatlichen noch einen wirtschaftlichen. Darum muss die Digitalisierung verträglich für die Menschen und verträglich für die freiheitliche Gesellschaft umgesetzt werden. Nur Hand in Hand mit dem Datenschutz angegangen und verwirklicht, kann die Digitalisierung Erfolg bringen. Wer dies übersieht, hat heute, am ersten Schweizer Digitaltag, schon verloren.

 

Ansprechperson: Dr. Claudia Mund, Mitglied des Büros von privatim, Datenschutzbeauftragte des Kantons Zug
claudia.mund@zg.ch, 041 728 31 87  (21.11.2017 ab 13:30 Uhr)

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